Wie treffsicher ist Ihr LLM-Detektor?
Ab einer Textlänge von 500 Wörtern erzielen wir Erkennungsraten zwischen 92 % und 98 %, je nach Modellfamilie und Sprache. Wichtig ist: Wir fällen keine binären Urteile, sondern nennen kalibrierte Wahrscheinlichkeiten. Ein Score von 0,87 heißt: 87 % Konfidenz, nicht "schuldig". Das ganze System stützt sich auf Plag-Aware, im Einsatz an Hochschulen in Deutschland.
Funktioniert der Detektor in Deutsch und Englisch gleich gut?
Ja. Für Deutsch und Englisch laufen bei uns getrennte Modelle, jeweils auf umfangreichen, sprachspezifischen Korpora trainiert. Die Trefferquote liegt in beiden Sprachen auf ähnlichem Niveau, wobei sich englische Texte historisch etwas leichter einordnen lassen, weil die meisten LLMs in ihrer Trainingsverteilung ein stärkeres English-Bias mitbringen.
Wie verhält sich der Detektor bei sehr kurzen Texten?
Unter 200 Wörtern fällt die Konfidenz spürbar ab. Das ist kein Fehler, sondern Statistik: Perplexity, Burstiness und stilometrische Merkmale brauchen genügend Stichprobe. Für sehr knappe Texte ergänzen wir daher ein Konfidenzintervall und markieren sie als "low confidence". Wer eine belastbare Aussage braucht, reicht am besten mindestens 500 Wörter ein.
Erkennen Sie auch ganz neue Modelle, die erst vor wenigen Wochen veröffentlicht wurden?
Meistens ja. Neue Modelle teilen den überwiegenden Teil ihrer statistischen Signatur mit ihren Vorläufern, da sie auf ähnlichen Trainingsdaten und Architekturen beruhen. Gänzlich neue Stilfingerprints wandern vierteljährlich in unser Referenzkorpus. Taucht ein brandneues Modell zwischen zwei Updates auf, ordnet es sich trotzdem fast immer einer bestehenden Familie zu (OpenAI-like, Claude-like, Llama-like).
Was ist mit Texten, die ich mit einem Humanizer "menschlicher" gemacht habe?
Humanizer drücken die Trefferquote, ausschalten können sie sie aber nicht. Unsere Detektoren trainieren gezielt mit Humanizer-Ausgaben, sodass die typischen Humanizer-Artefakte (unnatürliche Synonymdichte, eingefügte Füllwörter) selbst zum verräterischen Signal werden. Besteht der Verdacht auf eine nachträgliche Bearbeitung, halten wir das im Bericht ausdrücklich fest.
Wie sieht der wissenschaftliche Forschungsstand zur LLM-Erkennung aus?
Die wissenschaftliche Debatte ist jung, aber lebhaft. In Computerlinguistik und ML-Forschung herrscht Einigkeit: Gut kalibrierte Detektoren erreichen eine verlässliche Indikationsqualität, absolute Sicherheit liefert keiner, und Konfidenzangaben sind Pflicht. Genau diesem Konsens folgen wir. Konkrete Studien nennen wir auf Wunsch gerne im Detail.
Werden bilinguale oder gemischte Texte korrekt verarbeitet?
Ja. Der Detektor bemerkt Sprachwechsel bereits auf Satzebene und schaltet jeweils auf das passende sprachspezifische Modell um. Deutsche Fachzitate in englischen Arbeiten (oder der umgekehrte Fall) werden sauber segmentiert und gewichtet.
Kann ich das Ergebnis als juristisches Gutachten verwenden?
Der Bericht ist als Indiz mit nachvollziehbarer Methodik, Konfidenzangabe und Wiederholbarkeit angelegt, also genau so, wie es Gerichte für eine Verwertung verlangen. Das abschließende Urteil über Echtheit oder Täuschung fällt selbstverständlich das Gericht oder die Prüfungskommission, nicht der Detektor.